Wenn man das Karussell einmal verlassen hat...

Samstag, Mai 07, 2016


...dann ist man raus. Und man hat keine Chance, wieder aufzusteigen. Wenn man einmal seinen Platz auf dem bunten Feuerwehrauto, oder dem weißen Pferd aufgegeben hat, ist er eben besetzt. Pech gehabt!
Ich habe Anfang 2015 das fahrende Karussell verlassen. Zum einen, weil ich neue Energie tanken wollte. Zum anderen auch, weil es die Zeit nicht zuließ. Im vergangenen Jahr habe ich zweimal versucht, wieder aufzuspringen. Vergeblich. Und immer wieder habe ich überlegt, ob ich wirklich wieder auf dieses Karussell aufspringen will, ob ich wirklich wieder mitfahren will. Denn das Karussell hat zwischenzeitlich an Fahrt aufgenommen. Die Geschwindigkeit hat zugenommen. Und während es vorher darum ging, einfach Spaß an der Karussell-Fahrt zu haben, ist das Ganze nun viel ernster. Nach und nach kamen immer mehr "Profi"-Fahrer - oder zumindest solche die es sein möchten - hinzu. Verdrängen diejenigen, die einfach nur Spaß an der Fahrt haben wollen. Und besetzen nach und nach alle Plätze, bis das Karussell voll ist.

Ich weiß, es haben schon einige andere Blogger über dieses Thema geschrieben. Einen der passendsten Texte hat unter anderem die wundervolle Jule von "floralheart" geschrieben. Sie hat über "die schreckliche neue Bloggerwelt" geschrieben und wie sehr sich diese - nicht unbedingt zum Guten - gewandelt hat. Immer und überall diese, wie es auch Anni von hydrogenperoxid geschrieben hat, übertriebene Professionalisierung. Ich weiß, dass manche Blogger von dieser Arbeit leben. Aber eben nicht alle. Es gibt viele Texte hierzu. Aber auch ich möchte meinem gewissen "Frust" über diese neue Situation gerne Luft machen. Seitenaufrufe gehen ins Bodenlose. Ein neuer Artikel erhält innerhalb einer Woche gerade einmal zwei Kommentare - obwohl es sogar noch etwas zu verschenken gibt. Bloggen findet zu großen Teilen nun via Instagram statt. Das war früher nicht so. Das soll jetzt kein "früher war aber alles besser mimimimi"-Post sein.
Aber früher hätte man wenigstens eine helfende Hand gereicht bekommen, wenn man wieder mit auf das fahrende Karussell aufspringen möchte. Gegenseitige Unterstützung hieß das Zauberwort. Heute ist irgendwie jeder mit sich selbst beschäftigt, nur selbst darauf bedacht, ja den besten Platz auf dem Karussell zu bekommen und zu behalten. Egal, ob andere dabei hinten runter fallen und völlig neue Mitfahrer überhaupt nicht die Chance bekommen, die eine oder andere Runde mitzufahren. Und sich dann wundern, weshalb selbst langjährige Blogger nach und nach die Lust am Bloggen verlieren.
Es muss ja nicht immer das weiße Pferd sein. Es tut auch das bunte Feuerwehrauto oder der kleine süße Roller.

1 Kommentare

  1. Moin erstmal.
    Ich verstehe die Thematik. Ich verstehe nun das Problem aber irgendwie nicht.
    Wenn meine Beiträge nicht rege kommentiert werden - aber was bedeutet das schon? - dann stell ich mir die Frage: Hat man den Text nicht verstanden oder ist der Text schlecht geschrieben oder ist es einfach Uninteressant?
    Ich will damit jetzt nicht sagen, dass deine Texte schlecht sind - aber manchmal muss man auch in seinem Garten gucken.
    In den anderen Gärten merke ich nämlich langsam einen Rückgang dieses fancy Glamour-Lifes - Back to the roots.
    Das Instagram einen höheren Zulauf erhält ist klar: Bilder sind einfach zu konsumieren, als Texte.

    Aber es sind nicht immer die anderen, die das weiße Pferd oder Feuerwehrauto besetzen, manchmal hat man auch die drei Euro für die Fahrkarte nicht.

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